Deuser rennt – How to be glücklich (KW 42)

Eine Glücksreise 

Wochenübersicht 14.10.2019 – 20.10.2019
Gesamt:  5 Laufeinheiten, 1 x Kraft, 1 x Yoga, 50 km (Laufen)

Was macht glücklich?

Bevor jetzt jemand glaubt, ich werde zum neuen esoterischen Glücksprediger, den oder sie kann ich beruhigen: ich bin und bleibe ein leidenschaftlicher Rationalist. Aber ich glaube an Training und Konditionierung. Und ich glaube, dass man sich und seine Habits verändern kann. (s. Power of Habits von Charles Duhigg) Denn wenn man das nicht glaubt, wird man gar nicht erst anfangen etwas an sich und seiner Umlegung zu verändern. Aber kann man Glück wirklich finden? Ist Glück im Sinne des Lottogewinns Zufall oder ist es vielleicht sogar trainierbar? Und wie lange hält sich Glück oder Glücksgefühle?

 

Utrecht, die Stadt der glücklichen Menschen

Kurzer Rückblick: Die Woche war mal wieder voll gepackt mit Terminen. Bonn, Lüneburg, München, Köln. Und zum Abschluss der Woche waren wir auch noch in Utrecht eingeladen. Eigentlich wollte ich mal einen Tag die Beine hochlegen und Netflix und Amazon Prime auf Qualität überprüfen, aber Holland geht immer. (Darf man Holland noch sagen?) Auf jeden Fall war ich noch nie in Utrecht und Dank des Internets wußte ich nach 2 Minuten alles wesentliche über die Stadt. Utrecht hat Bushaltestellen für Bienen. Utrecht ist Universitätsstadt, hat Grachten und einen berühmten Domturm, der gerade komplett renoviert wird. Und als ich diesen komplett eingefüllten Kirchturm zum ersten Mal sah, stellten sich auch sofort Heimatgefühle ein. Und wie es der Zufall (oder war es Glück?) wollte, gab es noch genau ein Hotelzimmer im Stadtkern. Nicht nur das. Während es in Köln regnete, schien in Utrecht die Sonne. Und dann haben wir auch noch ein einem (nur) 2 Minuten vom Hotel entfernten Parkhaus den letzten freien Parkplatz bekommen. Was für ein Glück.

Glück ist kein Zufall

Konnte das wirklich alles Glück sein? Bei dem weiteren Research stieß ich auf eine Statistik, die besagt, dass die Niederlande das 5. glücklichste Land der Welt ist und dass in Utrecht die glücklichsten Menschen der Niederlande leben. Quasi die Finnen der Niederlande. Jetzt wo ich es gelesen hatte, sah ich an jeder Ecke auch die passende Beweise zu diesen Daten. Die Fahrradfahrer waren die nettesten Fahrradfahrer, die ich jemals gesehen haben. Ok, wenn du aus Deutschland kommst, ist jeder Fahrradfahrer freundlich. Und keiner trägt einen Helm. Wahrscheinlich weil es immer Fußgänger gibt, die dich auffangen. Oder weil die Straßen so voll sind, dass du gar nicht umfallen kannst. Alle Mitarbeiter*innen an der Hotelrezeption waren freundlich und in den Restaurants hatten man immer noch genau einen Tisch für uns. Und der war auch immer am Fenster mit Blick auf Gracht.

Glück und Habits

Natürlich haben wir (meine Frau und ich) uns über diese Aussage lustig gemacht und versucht überall nur noch glückliche Momente und Menschen zu erspähen. Doch diese ständige Suche nach dem Glück führte dazu, dass wir selber ständig gut drauf waren. (und wir waren in keinem Coffeeshop…). Nicht anders funktioniert Selbstkonditionierung und Selbstoptimierung. Wenn du nur positive Stimmungen zulässt, bringst du dich selber in eine solche Stimmung. Viele mentale Trainingsmethoden basieren auf dieser simplen Erkenntnis.

Der finale Glücks-Lackmustest

Wie lange hält ein solches Glücksgefühl? Sagen wir mal so, es hat sich länger gehalten, als ich gedacht habe. Denn als wir abfahrtsbereit im Parkhaus angekommen waren, durften wir feststellen, dass die Heckscheibe unseres Autos mutwillig eingeschlagen war. So ein Mist. Zum Glück – also doch – ist nicht gestohlen worden. Denn bis auf eine Uhr, die in einer Sporttasche lag, hatten wir alles mit ins Hotel genommen und diese Tasche wurde anscheinend als nicht mitnehmenswürdig betrachtet. Zum Glück. Aber es nervt natürlich ungemein. Denn bist du auf erst einmal aufs Losfahren eingestellt, dann willst du auch los. Ich denke, dass es vielen Menschen ähnlich geht. Zweitens muss du dich jetzt mit Polizei, Parkhausleitung, ADAC und Reparaturwerkstatt rumschlagen. Aber zum Glück waren wir in Utrecht und hier sind die Menschen ja glücklich. Der Parkhausleiter kam an einem Anruf sofort glücklich auf seinem Fahrrad inklusive Besen angeradelt. Extrem entspannt hat uns zugehört (englisch können die alle). Auch wenn er außer Zuhören nichts für uns machen konnte, haben wir jetzt einen Freund fürs Leben. Der niederländische Partner des ADAC hat uns extrem freundlich zu der glücklichsten Car Glass Filiale geschickt, die man sich vorstellen kann. Sonntagmittag um 13:00 gab es Kaffee, Kuchen und eine Ersatzscheibe. Dann ging es zur Polizei, die mir auch sehr glücklich vorkam. Dort waren alle froh und glücklich, dass uns nichts gestohlen wurde und wir das Auto schon wieder in einen fahrbereiten Zustand versetzt haben. Zum Abschluss habe sie uns noch erklärt wo wir den Nachmittag über sicher parken könnten und haben uns auch noch zwei Restaurants empfohlen. Was soll ich sagen, wir sind trotz dieses Erlebnisses sehr glücklich losgefahren mit einer tiefen emotionalen Bindung zu dieser Stadt. Und dieses Glücksgefühl hat auch lange angehalten. Und zwar bis wir im einsetzenden Regen kurz vor Köln in den ersten Stau gefahren sind. Jetzt waren wir nicht mehr glücklich. Aber wir waren ja auch nicht mehr in Utrecht….

Fotosammlung (was sonst so los war)

Koffer und Deuser im Zug

 

Vortrag und Sonne in Lüneburg

 

Ein Koffer auf Reisen (Lüneburg)

 

Utrecht (NL) – könnte auch Lüneburg sein…

 

Utrecht – naja doch noch etwas hübscher als Lüneburg 😉

 

Universität Utrecht

 

Parkhaus Utrecht

 

Der glückliche Mensch von Utrecht

 

Vorstellung des neuen Projektes: „60 Minutes“ – die Afterwork Standup Show

 

Die kompletten WOCHENDATEN:

Montag:  (vormittags) Coaching (Köln)
(nachmittags) Beratung (Bonn)
(abends) EL 3 km, 2 x 5 x 400m (83 – 84 sec) P = 200 Trab, SP = 400m Trab, AL 2 km

Dienstag:  (tagsüber) FREI, Reise und  Vortrag „Mut zur Veränderung“ (Köln – Lüneburg – Köln)

Mittwoch: (morgens)  1 h Yoga
(tagsüber) Coaching
(abends) DL 10 km ( ø 4:44 (5 km ø 5:00, 5 km ø 4:29))

Donnerstag: (morgens) 30 min Kraft
(tagsüber) Köln – München – Köln, Vortrag „Mut zur Veränderung“

Freitag: (nachmittags) Fahrtspiel 9 km mit STL

Samstag: (morgens) EL 2,5 km, 8 x 800 Bergläufe (Rasenhang) ø 4:30, AL 2,5
(tagsüber) Utrecht

Sonntag: (tagsüber) Utrecht
(abends) 8 km locker AL

Zusammenfassung:

Der Plan waren wieder etwas mehr Kilometer zu laufen, was aber auf Grund der vielen Reisen nicht ganz funktioniert hat. Dafür haben wir  das Tempo wieder ein wenig angezogen. Das hat ganz gut funktioniert. Ehrlicherweise muss ich sagen, dass ich auch nach 3 Jahren Training nicht viel schneller bin als zu dem Zeitpunkt des Neustarts 2016. Erstaunlich wie schnell ich fast ohne Training war. Aber dafür habe ich mich schon lange nicht mehr richtig verletzt. Das ist ja auch ein Ergebnis.

Keep on running & dran bleiben …