Anders denken, mutig handeln – „Netzwerken“

Erfolgreich Netzwerken

Persönliche Verbindungen schaffen

Netzwerken – warum es heutzutage so wichtig ist. Klaus-Jürgen „Knacki“ Deuser ist ein Allround-Talent: Der Moderator, Motivationstrainer und Keynote Speaker unterhält sein Publikum wie kein anderer. Dabei kann er auf seinen Erfahrungsschatz aus über 30 Jahren Stand-up Comedy, Medienproduktion und Unternehmertum zurückgreifen. Im Interview mit gmbhchef spricht er über die Bedeutung von Netzwerken und gibt einen Einblick in seine ganz persönliche Netzwerkpflege.

Was zeichnet ein gutes Netzwerk aus?

Ich komme noch aus einer Welt, in der ich früher vorrangig offline genetzwerkt habe, meine Tochter hingegen netzwerkt hauptsächlich online. Trotzdem nutzen wir beide unsere Netzwerke für sehr ähnliche Ziele. Wir wollen unsere sozialen Kontakte pflegen. Wir wollen einen Wissensaustausch bewerkstelligen und uns einen irgendwie gearteten wirtschaftlichen Vorteil verschaffen. Nach meiner Erfahrung geht es viel mehr um die Qualität eines Netzwerks und das wiederum hat etwas damit zu tun, wie viel Arbeit und Wissen wir bereit sind in ein Netzwerk zu investieren. Netzwerke sind keine eindimensionalen Verkaufsportale, wo wir Geld und Zeit auf der einen Seite reinstecken und auf der anderen Seite höhere Verkäufe rausholen. Erfolgreiche Netzwerke zeichnen sich durch eine Zielunorientiertheit aus. Ich investiere nicht in mich, sondern in das Netzwerk und wann das Netzwerk mir hilft, kann ich nicht immer vorhersagen. Ein gutes Netzwerk ist wie eine Freundschaft. Je kleiner der Freundschaftskreis ist, umso stärker ist der Zusammenhalt. Aber manchmal will man nicht nur Freunde um sich haben, manchmal reichen auch gute Bekannte.

Welche Netzwerke ich nutze?

Noch stellen meine alten Offline-Bekanntschaften und regelmäßige Offline-Treffen das qualitativ stärkste Netzwerk da. Aber ich bin auch recht aktiv auf Social Media Plattformen wie Facebook, LinkedIn und neuerdings auch auf Instagram und wenn selbst meine Mutter auf Facebook ist, dann versteht man, dass es ohne die Social Media Kanäle nicht mehr geht. Unsere Welt geht einfach davon aus, dass wir uns (auch) auf diesen Kanälen austauschen. Im Umkehrschluss merke ich aber auch wie die Generation meiner Tochter versteht, wie es ohne einen offline Austausch ebenfalls nicht geht. Cool finde ich in diesem Zusammenhang die Idee der Barcamps, wo sich gerade die digital natives verabreden, um sich einmal von Angesicht zu Angesicht zu treffen.

Wann benutze ich welchen Kanal zum Netzwerken?

Ich habe gerade im letzten Jahr deutlich merken können, dass ich mit jedem Kanal unterschiedliche Gruppen unterschiedlich gut ansprechen kann. Instagram ist mein „Sportkanal“. Dort kann ich mit Gleichgesinnten und Laufinteressierten am besten kommunizieren: ein Bild, zwei bis drei Zeilen und schon ist alles gesagt. Facebook ist mein Fan- und Seminarkanal. Hier bin ich eher der Adressat und Kommentierer. LinkedIn ist der Businesskanal, auf dem ich am ehesten im klassischen Sinne netzwerke. Alle diese Kanäle werden in den nächsten Jahren noch wachsen und irgendwann auch wieder verschwinden. Was bleibt sind die echten, persönlichen Verbindungen und die muss man sich über Jahre erarbeiten und die sind kanalunabhängig.

Welche Kernkompetenzen benötigen erfolgreiche Netzwerker?

Geduld und die Bereitschaft nicht immer nach einem direkten Rückfluss Ausschau zu halten. Man sollte bereit sein mehr zu geben, als man auf den ersten Blick zurückbekommt, d.h. man sollte auch Fragen beantworten, ohne sofort eine Gegenleistung zu erwarten.