Deuser rennt – Timing ist alles (KW 43)

Timing

Wochenübersicht 21.10.2019 – 27.10.2019
Gesamt:  6 Laufeinheiten, 1 x Kraft, 1 x Yoga, 62 km (Laufen)

Was Laufen und Bühne gemeinsam haben

Ich suche immer nach vertrauten Abläufen. Egal wie unterschiedlich meine Projekte und Hobbys sind, die da hinterliegenden Abläufe sind oft ähnlich. Nach diesen Abläufen zu suchen und sie zu nutzen ist ein Trick, den ich oft anwende. Wo liegen die Gemeinsamkeiten von Laufen und Bühne? Beides hat etwas mit Wettkampf, Leidenschaft, mentaler Anspannung und Wiederholungen zu tun. „Bühne“ lernt du am besten, in dem du jede Chance nutzt aufzutreten und vor Menschen zu reden. Und um besser zu Laufen musst du halt: viel laufen. Egal wie schnell deine Schuhe sind oder wie beweglich und fit du bist, am Ende muss du dir die Schuhe schnüren und loslaufen.

Zeitgefühl Bühne

Eine weitere Herausforderung, die in beiden Welten ähnlich wichtig ist, ist das Thema Timing. Man könnte es auch Zeitmanagement nennen. Timing ist eine der Königsdisziplinen der Bühne. Wie setzt du Pausen? Wie lange hältst du Spannung aus? Wie baust du Dramaturgie auf? Diesbezüglich ist eine wichtige Erkenntnis, dass man auf der Bühne und im Zuschauerraum ein unterschiedliches Zeitempfinden aufbaut. Auf der Bühne denkst du meistens: ich muss schneller werden. Denn wir wissen ja, was wir als nächste sagen wollen. Wir kennen die Logik unserer Aussagen. Und je häufiger wir unsere Sätze aufsagen, um häufiger passiert es, dass wir uns langweilen und denken: und jetzt muss es weiter gehen.

Zeitgefühl Publikum

Als Zuschauer*in denkt man oft: „macht nicht zu schnell.“ Als Zuschauer*in beschäftigt man sich nicht nur mit den Worten, sondern man betrachtet und bewertet ja auch das Auftreten und das Aussehen. Und das braucht Zeit. Und um dem Vortrag inhaltlich zu folgen, brauchen wir im Zuschauerraum auch mehr Zeit als die Person, die präsentiert. Wir wissen ja nicht, was als nächstes kommt. Wir müssen ja der Logik nicht nur folgen, wir müssen sie ja auch oft bewerten . Und das bedarf weitere Denkzeit. Und um dieses unterschiedliche Zeitempfinden zu verstehen und dann entsprechend auf der Bühne mit dem richtigen Timing umzusetzen, bedarf es viel Training und immer wieder der Kontrolle von außen, z.B. durch Video- und Tonaufnahmen.

Zeitgefühl Laufen

Laufen hat ebenfalls viel mit einem guten Zeitgefühl zu tun. Wie schnell laufe ich? Wie schnell gehe ich ein Rennen an? Ist es nicht erstaunlich wie viel schneller man plötzlich in einer Wettkampfsituation laufen kann? Aber ist es nicht auch erstaunlich, dass man seine Höchstleistung nicht 5 Monate lang konservieren kann? Fragen zum Training und zur Erholung haben enefalls viel mit Timing zu tun. Wie schnell erhole ich mich? Wie stelle ich meine Wochen- und Monatstrainingspläne zusammen? Beim Laufen kämpft nicht  „Bühne und Zuschauer“ gegeneinander, beim Laufen kommt es zum Kampf von Körper und Wille. Der Wille ist wie die Bühne. Er weiß welche Rekordzeit oder welches neue Kilometerziel als nächstes kommen sollte, aber der Körper beschäftig sich mehr mit der Gegenwart und braucht Zeit.

Timing ist Training

Mein Zeitgefühl ist sicherlich nicht schlecht, aber mit Sicherheit gibt es Menschen, sowohl Läufer als auch Bühnenmenschen, die ein noch viel besseres Zeitgefühl haben als ich. Allein sich dies einzugestehen ist der erste Schritt zur Verbesserung. Erst wenn man ein Thema als Herausforderung erkannt hat, kann man beginnen es zu lösen. In meinem Fall blieb mir nichts anderes übrig, als mein Zeitmanagement zu beobachten und zu trainieren. Einerseits brauche ich für beide Welten die Uhr, die mir die nötige Kontrolle gibt, dass ich mich auch an die Zeitvorgaben halte. Andererseits verzichte ich auch immer mal wieder bewusst auf die Uhr, um mehr auf meinen Körper zu hören. Die Bühne heb ich mittlerweile sehr gut unter Kontrolle. Sobald ich auf einer Bühne stehe, weiß ich, dass ich mir Zeit nehmen und nicht jedes Mal sofort losballern muss. Beim Laufen muss ich mir das jedoch immer noch bewusst vornehmen. Hier habe ich immer noch die Tendenz sofort alles zu geben. Seit ich mich quasi zwinge 1 – 2 langsame Läufe die Woche einzubauen und sowohl auf den Puls und mein subjektive Wohlgefühl achtet, meine ich eine deutliche Verbesserung bei all den anderen Läufen zu verspüren. Außerdem versuche ich die Intervalleinheiten nicht nur als körperliches Training zu betrachten, sondern ich versuche durch wiederholende Läufe auch mein Zeitgefühl zu trainieren. Welcher Schritt, welche Abrollbewegung, welche Atmung steht für welche Geschwindigkeit. Manche machen so etwas intuitiv, ich muss es leider trainieren. Aber meine Bühnenerfahrung sagt mir: das ist alles machbar. Es braucht leider nur ZEIT ….

Fotosammlung (was sonst so los war)

 

Noch einmal in der Sonne laufen

Nice

 

Herbstsonne

 

Herbstsonne in Köln (vom Meer zurück an den Rhein)

 

Aber auch hier  Spaß 😉

 

Vorstellung des neuen Projektes: „60 Minutes“ – die Afterwork Standup Show

Die kompletten WOCHENDATEN:

Montag:  (vormittags) Coaching (Köln)
(nachmittags) Beratung (Bonn)
(abends) EL 6 km ø 4:38, Zirkel 60 min (45 / 15)

Dienstag:  (abends) EL 2,5 km, 4 x 1,45 km Hindernissrunde (ø 4:10 – 4:02) P = 3 T/G, AL 2,2 km

Mittwoch: (morgens)  1 h Yoga
(tagsüber) Coaching
(abends) DL 8 km ( ø 4:53) locker, plus 4 STL (80%)

Donnerstag: FREI

Freitag: (nachmittags) DL 11 km locker, incl 6 x 120 STL

Samstag: (morgens) EL 1,5 km, Tempodauerlauf 8,5 km ø 4:15

Sonntag: (tagsüber) DL 15,2 km ø 4:55
(abends) Gedankentankenredner Dinner (Köln)

Zusammenfassung:

Entspannte Laufwoche mit 2 guten Tempoeinheiten am Dienstag und am Samstag. Das kontinuierliche Yogatraining zahlt sich langsam aus. Immer weniger Probleme mit Muskulatur und Hüfte. Machmal habe ich sogar richtig Spaß beim Laufen 😉

Keep on running & dran bleiben …