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EXPRESS [Köln, 02.07.1994]
Neuentdeckung im "Luxor"
Kölns schrillste Band heißt "Sankt
Pank"
Kurt Cobain kopflos und Elvis aus der Gruft
[Autor: Wolfgang Weimer]
Sie brechen alle Regeln des guten Geschmacks. Wenn "Sankt Pank" im
"Luxor" auf der Bühne stehen, steigt Elvis aus dem Grab, schwankt
Jesus samt Kreuz zwischen den Boxen, stolpert ein kopfloser Kurt Cobain ins Nirvana.
Köln hat eine neue Kultband: "Sankt Pank". Wer gedacht hat,
der geniale Blödsinn des Schlager-Parodisten Guildo Horn wäre nicht
mehr zu steigern, wird von den "Pankern" eines besseren belehrt: Zwölf
Musiker, schreiend bunt kostümiert im Flower-Power-Rausch. Klassiker von
den Beatles ("Honey Pie") und den Who ("My Generation") werden
gnadenlos durch den Kakao gezogen.
Dazu kommt die Bühnenshow: Da treiben Monster und Feuerschlucker ihr Unwesen,
da wird auf der Bühne ein Grillfeuerchen entfacht - die Würstchen werden
anschließend (samt Ketchup aus der Tube) in den ersten Publikumsreihen verteilt.
Wie bei Guildo Horn stecken kluge Köpfe hinter dem Spektakel - allesamt
sind sie Musiker auch in anderen, ernsthaften Bands: Alex Flucht, Sänger
bei "Goya" und Klaus-Jürgen Deuser, Mastermind der Comedytruppe
"Die Niegelungen" hatten die Idee zu "Sankt Pank". Dazu kommen
neben anderen noch Tommy Engels Sohn Kai (eine Leihgabe der Kölschrocker
"Brings") und Toschi Trebeß und Martin Moon jr. von "Violet".
Alex Flucht gründete die "Panker" eigentlich nur als Spaßprojekt,
wollte Happenings wie in den 70er Jahren schaffen. "Es gibt viele Dinge,
die man gleichzeitig neben Musik auf einer Bühne bringen kann. Dinge, die
dem Publikum und den Musikern jede Menge Spaß machen können. Ich habe
mich irgendwann gefragt, ob Rockmusik nicht viel unterhaltsamer sein könnte",
erzählt Flucht.
Den ersten Auftritt gab's vor fünf Monaten im "Luxor". Dort
- wo auch Guildo Horn nach wie vor seine Erfolge feiert - wollte man zu besonderen
Anlässen auftreten. Doch das Publikum im Club auf der Luxemburger Straße
wollte bald mehr. Mittlerweile bestehen die "Luxor"-Chefs auf zwei Konzerten
im Monat. Aber auch vor einem Riesenpublikum können sich die "Panker"
behaupten: Nach dem Auftritt beim "Sommernachtstraum" im "Tanzbrunnen"
riefen 8000 Zuschauer minutenlang nach Zugaben.
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