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HALLER KREISBLATT [Halle, 04.03.08]
Wenn Comedians ihre Heimat lieben:
Bei Nightwash gab es viel zu lachen
Halle (xw). Ob Pole, Afrikaner oder Hesse, die Comedians von „Nightwash“ schrecken nicht davor zurück ihre eigene Heimat aufs Korn zu nehmen. Am Freitagabend war es wieder so weit, die Komiker des Kölner Waschsalons waren auf ihrer Deutschlandtour zu Gast im Event Center. Moderator Klaus-Jürgen Deuser machte den Auftakt und begrüßte die rund 450 Gäste sehr herzlich.
„Hier in Halle feiert man wohl offensichtlich keinen Karneval, oder?“ fragte Deuser das Publikum, und erklärte, dass man in seiner Heimatstadt Köln praktisch dazu gezwungen wird, mitzufeiern. Nachdem die ersten Gäste sich schon dabei kaum noch vor Lachen halten konnten, sagte er auch schon den ersten Comedian an.
Moses W. aus Essen, Musiker und Scherzemacher in einem, trug seine eigenen Interpretationen von Liedern vor. „Verstehen Sie den Song?", so seine Eingangsfrage, die anschließend daraufhin mit vielen Lachern geklärt wurde. Nach ihm erklomm Marek Fis die Bühne.
Der gebürtige Pole trat in Jogginghose und einem Shirt mit der Aufschrift „Polska“ vor das Haller Publikum. Sein starker Akzent und seine gewollten Wortverdrehungen sorgten für viele lachende Gesichter. Marek Fis nahm die vielen Klischees gegenüber seinen Landsleuten aufs Korn und war sich selbst für keinen Scherz zu schade. „Pass auf, mein Sohn, unser Staatspräsident war schon 18, als er in der zweiten Klasse war. Er darf Wodka trinken", ermahnte Marek Fis seinen 13-jährigen Sohn, den er nachts mit einer Flasche Hochprozentigem im Bett aufgefunden hat. Das Publikum lachte Tränen.
„Knacki Deuser erledigte nicht nur seine Aufgaben als Ansager der Gäste seines Waschsalons, sondern bewies zwischendurch immer wieder sein eigenes Talent als Comedian. „Nightwash“ ist eine Plattform für junge Künstler, die erste Erfahrungen vor einem größeren Publikum machen wollen.
Der dritte Künstler war Sven Hieronymus, ein gebürtiger Hesse. Mit seinem starken Akzent, der so manchem Ostwestfalen einige Verständnisschwierigkeiten bereitete, erzählte er aus dem Nähkästchen. „Letztens war ich auf dem Elternabend meines Sohnes“, begann er seine Show, „um halb vier Uhr morgens waren wir dann immer noch nicht fertig.“ Offensichtlich konnten viele aus eigener Erfahrung als Eltern von Schülern seine Erlebnisse nachvollziehen.
Der Höhepunkt des Abends war der Auftritt von Dave Davis. Der Rheinländer aus Bonn, der sich selbst als „Maximalpigmentierten“ sieht, spielte die Rolle des „Motombo Umbokko“, der als Toiletten-Reiniger bei einem Fast-Food-Konzern arbeitet. Mit Akzent und einem tollen Outfit begeisterte er die 450 Gäste im Event Center; anfangs hielt das Publikum ihn für einen echten Afrikaner. Als er dann aber die Stimme eines bayrischen Personalchefs imitierte, wurde jedem klar, dass er ein ausgebildeter Stimmkünstler ist, der sich nicht nur durch tolle Comedy profilieren kann.
Wann „Nightwash“ in Zukunft wieder Gast im Haller Event Center sein wird, ist noch nicht klar. Klar jedoch ist, dass sie wiederkommen werden und eine Menge zu lachen in das „prüde Ostwestfalen“ bringen wollen, so Moderator „Knacki" Deuser, der gemeinsam mit seinen vier Comedians noch einige Zugaben gab.
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