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WAZ [30.10.2007]
„Solo Standup“ – Drei Bälle garnieren die Tragödie der Klassik
Klaus-Jürgen Deusers Debüt in der KAUE
Was ist er denn nun? Ein Standup-Comedian, wie es neudeutsch heißt; oder ein Akrobat auf der Showbühne? Wie dem auch sei: Klaus-Jürgen „Knacki“ Deuser beherrscht beide Terrains. In der Kaue gastierte er erstmals – und sein Programm nannte er schlicht und ergreifend nach dem Medium, in dem er sich wohl fühlt: „StandUp!“.
Bekannt wurde Deuser durch die WDR-Sendung „NightWash“. Hier wie dort (Kaue) wartet er mit einer gekonnten Mischung auf. Wortdirektheit und Charme-Attacken, bestens schillernder Nonsens und Beziehungsdramen jede Menge – Deuser geht dieser Mix flott und zuweilen sogar elegant über die Lippen. Er ist ein Entertainer – im besten Sinne.
Doch der geniale Einfall ist seine Erzählung von Shakespeares Tragödie „Romeo und Julia“. Er „bebildert“ seinen szenarischen Bericht über die große Liebesgeschichte der beiden Veroneser mit dem wunderbar schnellen Flug der drei Bälle. Comedy als Bildungsteil: In diesem Verständnis ordnet er jeder Figur, jeder Situation einen der drei Spielbälle (rot, grün, gelb) zu. In der rasanten Akrobatik verpackt er den Schauspielklassiker und bereitet ihn als überraschende, pointierte Slapstick-Komödie auf. Allen Toten auf der Bühne zum Trotz!
Wortspiel, Doppeldeutigkeit, Begriffsanalyse – bei Deuser wird dies alles mit forschem Tempo aneinander gereiht. Seine Fans feierten ihn. Das Debüt verspricht eine Solo-Karriere! (HJL)
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