Klaus-Jürgen Deuser
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WAZ [04.10.2007]
"SOLO Standup"

Stepptanz in Birkenstock-Sandalen

Knacki Deuser zog bei seinem Auftritt in der Werkstadt zwar nicht die Massen an, doch sein Publikum brachte der „NightWash“-Moderator mit Witzen und Hüftschwung zum Lachen.

Von Bianca Braunschweig

„Hat die Show auch ’ne Botschaft? Hm, das ist schwer, schließlich mach’ ich Comedy“, entschuldigte sich Knacki Deuser gleich zu Beginn seines zweistündigen Programms. Damit stapelte er tief, denn sein immer wieder mit Inbrunst vorgetragenes Plädoyer für mehr Lockerheit und positives Denken wurde zu seiner Botschaft und die kam an beim Publikum in der Werkstadt.

Die Folge. Ungehemmtes Lachen, freche Zwischenrufe und wildes Klatschen. Rund 50 Leute waren gekommen, um den „NightWash“-Moderator auf der Studiobühne zu sehen. In diesem recht intimen Kreis verstand Deuser es, mit dem Publikum zu spaßen, ohne dem Einzelnen zu nahe zu treten. Sein Humor war guter Durchschnitt, auch wenn er mit seinem Faible für Witze („Kommt ein Schornsteinfeger in die Kneipe, sagt der Wirt: „Der geht auf’s Haus.“) nicht immer die Lachmuskeln traf.

Auch einige Sprüche hatte man schon mal woanders gehört, so die Erklärung des Unterschieds zwischen Comedy und Kabarett: „Die Comedians sagen ‚Wir machen es wegen dem Geld’ und die Kabarettisten sagen ‚Wir machen es wegen des Geldes’“. Unangefochtenes Lieblingsthema war für Deuser jedoch die Fußball-WM und die damit verbundene Euphorie des letzten Jahres. Außerdem beschäftigte er sich mit den immer dicker werdenden Kindern, für die es die neue Trendsportart „Weight-Watchers-Watching“ gibt, mit den Amerikanern, der „Lose-Lose-Situation“ in Partnerschaften und der Klimakatastrophe. Zudem wartete er mit komischen Vergleichen auf: „Physiker sind autistische Fummler“, „Politessen sind die Trümmerfrauen des 21. Jahrhunderts“ und ein „Stones-Konzert ist wie ein Naturkundemuseum mit Bierständen“. Grandios war aber seine äußerst kreative Jonglageeinlage, mit der er zweifelsohne den „Bildungsauftrag“ erfüllte. Mithilfe von drei Bällen erzählte er nämlich die Geschichte von Romeo und Julia. Zum Wegwerfen komisch!

Und dass er zu alledem auch noch Rhythmus im Blut hat, bewies Deuser, als er nach einer hüftbetonten Saturday-Night-Fever-Choreographie einen Stepptanz in Birkenstock-Sandalen zu einem BAP-Song auf die Bühne brachte. Das Publikum schrie vor Lachen. Deusers Ziel wurde also erreicht: Lockerheit und positives Denken.