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Westfälische Rundschau [15.05.2007]
"SOLO StandUp " Renzel & Co. krönen Kleinkunststaffel
Schwelm. "Hallo Knacki, für mich warst Du gestern Abend der Gewinner" - schrieb spontan ein weiblicher Fan Knacki Deuser ins Internet-Gästebuch. In der Tat: Das Finale um den Schwelmer Kleinkunstpreis am Sonntag hätte mehrere Sieger verdient. Denn das Feuerwerk von Comedy und Kleinkunst war der krönende Abschluss der siebten Staffel in der Reihe Bier & Kultur im vollbesetzten Saal des "Leckermeulkens" am Brunnen.
Den Sieg hatte allerdings nach dem Votum des Publikums Klaus Renzel errungen - die WR berichtete. Der Münsteraner Pantomime und Gitarrenvirtuose beherrscht die Klaviatur der Körpersprache wie kaum ein anderer. Er schlüpft ins imaginäre Trikot "Supermans", tänzelt grazil als Stewardess über die Bühne, schwebt im Moonwalk à la Michael Jackson über die Rampe und lässt einen schwarzen Luftballon zum zentnerschweren Gewicht anwachsen. Die Zuschauer applaudieren begeistert.
Und wenn Renzel dann zur Gitarre greift, hat der den Saal vollends im Griff. Ganz gleich, ob feuriger Flamenco oder ein zu Herzen gehendes "Für Elise": Renzel beherrscht alle Saiten seiner Instrumente - und ist ständig in Kontakt mit seinem Publikum. Kleinkunst in Vollendung.
Klaus Jürgen "Knacki" Deuser setzt auf Wortwitz ("Ich freue mich, dass ich wieder hier spielen ... muss"), spickt Alltagssituationen mit aktiver Lebenshilfe: Lächeln löst nicht nur Probleme, es lässt sie gar nicht erst entstehen. "Motzen, Sie nicht, wenn Sie ein Knöllchen bekommen. Geben Sie ein Trinkgeld...!" So ganz nebenbei erzählt er seine Witzchen wie: Treffen zwei Zahnstocher auf einen Igel. "Guck mal, da kommt der Bus!" Und auch für die Probleme dicker Kinder hat Deuser ein Herz: "Viele Kinder wollen von Zuhause weg, aber sie kommen nicht mehr durch die Tür..." Beifallsstürme entfachte Deuser mit seinem Step-Tanz auf dem Küchentisch. Wo liegt der Gag? Deuser schnallt sich Rollschuhe unter und steppt, was das Zeug hält, auf knapp einem Quadratmeter Tisch.
"Das ist schwer", stöhnt der begeisterte Bier & Kultur-Fan am Nachbartisch bei der Notierung seiner Begeisterungspunkte. Denn zum Auftakt des Finales hatte die Band aus dem Osten "Zärtlichkeit mit Freunden" mit mimischer Nachhaltigkeit und intellektuellem Purismus das Gastspiel einer Band auf der Provinzbühne karikiert. Die "Jungs aus Riesa" sächseln, nehmen innerdeutsche Ost-West-Besonderheiten auf die Schippe und glänzen mit musikalischen Husarenstückchen. Da bespielt der Drummer mit der Lenin-Gesichtsmaske auf dem Hinterkopf hinterrücks sein Schlagzeug oder er baut während eines Liedchens sein Instrument vollends ab, ohne auch nur ein einziges Mal aus dem Takt zu geraten.
Kein Wunder, dass Präsentator Jürgen Scheugenpflug mit seinem begeisterten Publikum zum Abschluss in Superlativen schwelgt. Sein Versprechen, dass es eine achte Staffel um den Schwelmer Kleinkunstpreis geben wird, löst Begeisterung aus. Und die Hauptsponsoren mit Brauerei-Geschäftsführer Markus Schöbel von der Schwelmer Privatbrauerei an der Spitze und Petra Fischer von der Volksbank sagen weiterhin ihre Unterstützung zu.
Am 18. August wird es die Vorstellung der achten Staffel im Schwelmer "Leckermeulken" geben. Dann wird auch der Abo-Verkauf für die neue Saison beginnen. Gleichzeitig ist es auch der Tag der großen "Abrechnung". Denn mancher Kalauer oder Zwischenruf aus dem Publikum wird in Bares umgemünzt und fließt einem guten Zweck zu. Den Zweck guter Unterhaltung hat die 7. Staffel schließlich erfüllt. |