Klaus-Jürgen Deuser
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Rhein-Zeitung [20.05.2006]
"Knacki Deuser - SOLO StandUp" Romeo, Julia und drei Plastikbälle

COMEDY: Im „Sojus 7" zeigt Knacki Deuser dem Publikum, wie ein Klassiker anders erzählt werden kann.

Monheim. Noch während sich die Besucher setzen und der Raum noch hell erleuchtet ist, steht Klaus-Jürgen Deuser, besser bekannt unter dem Namen Knacki Deuser, auf einmal auf der Bühne. Das Publikum will klatschen, doch er erklärt: „Nein, ich bin nicht der, für den Sie mich halten! Ich bin nur der Stimmungsmacher für die Person, wegen der Sie da sind." Als Solokünstler muss man sich eben auch im eigenen Vorprogramm ums Publikum kümmern.

Doch dann geht das Licht wirklich aus. Der Comedian kündigt sich schnell noch selbst mit seiner Soloshow „StandUp!“ an und steht im Nu in einem eleganten Anzug auf der Bühne. Comedy mit einem Hauch von Kabarett, Jonglage und Akrobatik sowie Interaktion zwischen Knacki Deuser und seinen Gästen standen auf dem Programm des Sojus.

In Windeseile präsentiert er lateinamerikanische Tänze und steppt im nächsten Moment schon in Borkenkieferlatschen zu Musik von „BAP". Auch seine Eigeninterpretation von Romeo und Julia fesselt. Nicht nur, dass sich in seiner Geschichte die beiden Protagonisten mit einem Dolch das Leben nehmen, „weil es dramatischer ist als Gift", sie bekommen von ihm auch Leben eingehaucht. Mit drei bunten Plastikbällen stellt er jonglierend dar, worum es in der Handlung gerade geht.

Alle im Publikum sollen einmal am Abend Angst haben
Und irgendwann kommt der Moment, in dem der Künstler von der Bühne steigt und sich konzentriert nach einem potentiellen Opfer umschaut, das er auf die Bühne holen könnte. Doch anstatt diesem Klischee gerecht zu werden, macht der gelernte Schauspieler einen eigenen Sketch aus dieser Situation. Er geht kreuz und quer durch den Raum, „damit jeder mal Angst haben muss und nicht nur die ersten drei Reihen, die ja sowieso immer zittern müssen.“

Zum Abschluss steppt der 39-jährige mit Rollschuhen des ganz alten Kalibers waghalsig auf einem Tisch. Im einen Moment droht er fast zu stürzen, im nächsten steppt er so souverän, als täte er nie etwas Anderes. Er mag es, das Publikum zu erschrecken und zu überraschen. Mit den Worten „Steht auf. Macht was! Stand Up!“ verlässt er nach zwei Stunden die Bühne. Mit einem Strahlen im Gesicht gehorcht ihm das Publikum und lässt so einen Abend voller Spannung und Lachmuskeltraining hinter sich. (jana)

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