Klaus-Jürgen Deuser
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RP [Langenfeld, 05.04.2006]

Im Zweifel für den Gag

Im „Sojus 7“ probte der Stand-up-Comedian Klaus-Jürgen „Knacki“ Deuser sein erstes Solo-Programm mit einer Vorpremiere. Der Erfolg gab dem „Nachtwäscher“ recht: Die Besucher bogen sich vor Lachen.

VON ULRICH SCHIEFELBEIN

MONHEIM Mehr als zwei Stunden Lachen, ständig. Das ist nur schwer auszuhalten. Wer Klaus-Jürgen Deusers, „Knacki“ genannt, Soloprogramm „StandUp!“ gesehen hat, geht garantiert gut gelaunt nach Hause. Im „Sojus 7“ probte er mit einer Vorpremiere für seine im Mai beginnende Tournee, doch außer einigen kleinen Versprechern hier oder da saß das Programm bereits perfekt.

Der Mann ist irgendetwas zwischen Mr. Bean und einem Vertreter für Haarpflegemittel. Seriös bis in die Haarspitzen steht er auf der Bühne. Schwarzer Anzug, weißes Hemd, schwarze Krawatte, eine Fönfrisur, bei der jedes noch so kleine Härchen perfekt liegt, treuer Dackelblick. So einer erzählt: „Lehrer sind die Einzigen, die schon um 14 Uhr ins Kino gehen können, weil die After-Work-Party schon zu Ende war.“ Philosophiert über Beziehungskrisen, wirbt für Verständnis für den sportlichen Ehrgeiz der Männer und findet WM-Fieber besser als Vogelgrippe. Im Bühnenhintergrund steht ein Zeitungsverkaufskasten, auf dem die Überschrift des Aufmachers zu lesen ist: „Knacki stürmt Bühne“. Ein Widerspruch in sich, das ist „Knacki“ Deuser. Sein Auftritt ist zum Schreien komisch. Die Gags rollen im Sekundentakt aus seinem Mund. Aus den Einwürfen der Besucher, leider blieben reichlich Stühle leer, zaubert er sofort spontane Witze. Sogar ein klingelndes Handy liefert reichlich Gag-Munition.

Ja, Zauberer ist er und Variéte-Künstler. Beeindruckend, wie er mit drei tennisballgroßen Kugeln balanciert und dabei die Geschichte von „Romeo und Julia“ erzählt. Da werden in der Fantasie die farbigen Bälle zu Handpuppen, so intensiv zieht er das Publikum in seine spaßigen Darbietungen. Er steppt in mit Metall beschlagenen Birkenstock-Pantoletten zur Musik der Kölner Rockband „BAP“ und mit Rollschuhen auf einem Tisch. Ein Universaltalent hat Monheim da gesehen. Deusers großartige Improvisationskunst kam besonders bei der Zugabe zum Ausdruck. Drei Wörter ließ „Knacki“ sich zuwerfen: Badezimmer, Frühjahrsputz, Robin Hood. Die Geschichte, die er dazu erfand, verstärkte er wieder mit den Jonglier-Bällen. Die Besucher bogen sich vor Lachen. Der Künstler, bekannt geworden durch die Moderation der WDR-Fernsehcomedyshow „Night Wash“ schaffte es aus dem Stand, die Leute zu begeistern. Kalt aus der Boxengasse auf die Pole-Position, eben „StandUp!“.