Klaus-Jürgen Deuser
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Bergische Morgenpost [11.10.2005]
Entertainment pur

Von Andriana Sakareli

Klaus-Jürgen „Knacki“ Deuser stellte im Rotationstheater  sein erstes Comedy- Programm vor. Der Macher und Moderator der Kultsendung NightWash begeisterte das Publikum- mit Gags, Tanzeinlagen und Rollschuhen.

Klaus- Jürgen „Knacki“ Deuser ist nicht nur Kabarettist, sondern auch ein sehr guter Tänzer. Filigran bewegte er sich auf der Bühne des Rotationstheaters. Immerhin musste der Kölner unter erschwerten Bedingungen arbeiten: Die schwarze Säule in der Mitte versperrte ihm und dem Publikum die freie Sicht. Sein Kommentar: „Das kriege ich hin. Alles kein Problem!“ Und er hielt Wort.

Klaus-Jürgen „Knacki“ Deuser ist kein Anfänger. Als Moderator und Macher der Kultsendung NightWash stand er bei mehr als 200 Live-Auftritten auf der Bühne und rutschte in die Rolle des begleitenden Stand-uppers. Das reichte „Knacki“ aber noch lange nicht: Er ist nun als Kabarettist mit seinem ersten abendfüllenden Programm unterwegs. Im Rotationstheater präsentierte sich der Kölner in gewohnt lässiger Haltung und mit charismatischem Blick.
Immer wieder warb er für Mitleid bei den Zuschauern, falls ein Gag mal daneben gehen sollte. „Im Zweifel für den Gag“, wies der Künstler sie an. Und das Publikum hielt sich eisern an dieses Credo, was auch kein Problem war. Der Kabarettist begeisterte nicht nur mit Witzen über die deutsche Jammer-Mentalität, den Erzfeind Düsseldorf - „Düsseldorf ist der Gaza- Streifen des Rheinlands“ - und den Amerikanern, die immer an allem Schuld sind, sondern auch mit viel Körpereinsatz. Als er die Tanz-Stile der 70er, 80er und 90er Jahre parodierte, tobten die Gäste. Mit sexy Hüftschwung, laszivem Gesichtsausdruck oder als cooler Hip-Hopper bewies Deuser Entertainment- Qualitäten.

Ein besonderes Glanzlicht mit erhöhtem Risiko war seine Stepp-Performance auf Rollschuhen – und auf einem Tisch. Selbst auf den wackligen Dingern tänzelte der attraktive Komiker so elegant und souverän wie einst schon Step-Legende Fred Astaire. Während des gesamten Abends präsentierte sich Deuser in Bestform, verteilte Seitenhiebe in alle Richtungen. So lässt er kein gutes Haar an deutschen Pädagogen. „Wo wäre unsere Cord- Jacken-Industrie ohne Erdkundelehrer?“, fragt er süffisant. Ohne Bildung geht es jedoch nicht, da ist sich der Kabarettist sicher. Aus diesem Grund versucht er es selbst und nahm sich gleich Shakespeares Klassiker „Romeo und Julia“ vor – mit der Begründung: „Die meisten kennen die Geschichte zwar, verstehen sie aber nicht ganz.“
An solch einer Unterrichtsstunde hätte sicherlich jeder Schüler Spaß gehabt: „Knacki“ jongliert die Tragödie. Das Publikum staunte über so viel Geschick und schauspielerisches Talent sowie Knackis charmantes Auftreten. Er trug einen eng geschnittenen schwarzen Anzug, dazu ein weißes Hemd und eine Krawatte - eben ganz wie ein Entertainer, der alles im Griff hat.

Vor allem die lachenden Gäste, die sich auf ihren Plätzen in Sicherheit wähnten. Doch Deuser spielte seine Macht aus, indem er eine Publikumsnummer ankündigte, durch den Saal schritt, um sich einen Kandidaten auszusuchen. Was er aber nicht tat. Erleichterte Gesichter – und „Knacki“ hatte Spaß, die Leute einmal so richtig aufs Glatteis geführt zu haben. Richtig gemein. Aber ruhig weiter so!

Was Klaus- Jürgen „Knacki“ Deuser zu Remscheid einfällt? Der Kabarettist, der im Rotationstheater sein neues Programm vorstellte, muss nicht lange überlegen: „Remscheid ist immer noch in Deutschland.“ Als Kölner kann „Knacki“  schließlich nicht zugeben, dass es im Bergischen auch ganz schön sein kann.