Seit 11 Monaten trainiere ich jetzt für mein Projekt „Malaga 2018“ (1500 m auf der Senioren-Weltmeisterschaft 2018). Von diesen 11 Monaten habe ich mich 3 Monate mit den unterschiedlichsten Verletzungen rumgeschlagen und wenn ich überlege, wie viel Zeit ich allein mit Recherche, diesem Blog und vor allen mit dem Anfahrten zum Training oder zur Reha und zum Arzt verbracht habe, dann kommen oft 20-25 Stunden pro Woche zusammen. Kein Wunder, dass ich mittlerweile immer wieder von Freunden gefragt werde, ob ich das wirklich durchziehen werde? Natürlich! Und natürlich will ich nächstes Jahr gewinnen ;), denn gewinnen zu wollen ist immer eine gute Motivation etwas zu starten. Aber etwas zu starten und dann weiter durchzuhalten sind zwei grundverschiedene Dinge. Um durchzuhalten, braucht es mehr als nur den Wunsch gewinnen zu wollen. Irgendwann möchte man auch eine Form der Belohnung aus seinem Projekt rausziehen.

Warum sich Projekte immer lohnen!

Und diesbezüglich kann ich klar sagen: für mich lohnt es sich. Ganz davon abgesehen, dass ich körperlich super fit bin (trotz der kleinen Maläsen), bin ich vor allem mental viel besser drauf als noch vor anderthalb Jahren. So bin ich trotz ausklingender Verletzung am Wochenende noch einmal für meine Tennismannschaft eingesprungen. Ja, ich weiß, ich hätte eigentlich nicht spielen sollen, aber ein Rennen steht die nächsten 6 Wochen nicht an und ich hatte einfach Lust zu spielen. Und (zum Glück) kam es zu keinem Rückschlag, stattdessen ist allen aufgefallen, dass ich dank der Fitness nicht nur viel besser spiele als noch vor einem Jahr, ich bin vor allem mental viel stärker geworden. Und die alte Trainerweisheit meines Trainers (Henning von Papen) besagt: „Gewonnen wird zwischen den Ohren.“

Wettkämpfe sind wie Auftritte

Und – jetzt kommt ein weiterer Benefit dieses Projektes – das merke ich auch bei jedem Auftritt auf der Bühne. Die mentale Seite von Wettkämpfen und Auftritten ist mir natürlich nicht unbekannt. Letztendlich sind Auftritte auch immer eine Form von Wettkampf, aber wenn du über 30zig Jahre auf der Bühne stehst, dann rutscht du auch irgendwann in Automatismen rein, die du gar nicht mehr bemerkst. Die Vorbereitung zu den Wettkämpfen hat mir die Chance gegeben, die grundsätzliche Herangehensweise an Wettkämpfe und damit auch an Auftritte noch einmal neu zu betrachten.

Alles eine Frage der Einstellung

Es ist egal, ob die Bedingungen nicht so sind, wie du sie gerne hättest oder du einfach keine Lust hast aufzutreten, aber wenn du startest oder wenn du auftrittst, ist es deine Aufgabe, dich in die richtige Stimmung zu bringen und den Moment auch ein wenig zu genießen. Das Laufen hat mir enorm geholfen mich immer weniger von Äußerlichkeiten beirren zu lassen. Es ist allein deine Entscheidung, ob du starten oder auftreten willst. Wenn ja, dann genieß es auch. Egal ob ein Gegner dich versucht nervös zu machen oder Zuschauer dich nicht sofort mögen, wenn du cool UND dabei noch freundlich bleibst, merkst du ganz schnell wie du dich aufbaust und wie plötzlich nicht mehr du, sondern dein Gegner nervös wird oder die Zuschauer dich ganz schnell ins Herz schließen. Mir ist schon klar, dass jetzt einige denken: „Ich bin aber nicht cool! Das ist doch DAS Problem.“

Gute Wettkämpfer sind gute Schauspieler

Verstehe ich. Aber, es gibt immer ein ABER. Wenn du nicht „cool UND freundlich“ bist, dann versuche „cool UND freundlich“ „zu spielen“ und zwar so gut wie es dir möglich ist und du wirst merken wie du nach und nach in die entsprechende Stimmung und Verhalten hineinrutschst. Das ist jetzt kein selbstgebauter Tipp, sondern das sind Erkenntnisse, die auf verhaltenspsychologischen Untersuchungen basieren. Genauso wie Auftritte viel mit Wettkämpfen zu tun haben, so sind Schauspielfähigkeiten ein Mittel, Stimmungen zu erzeugen und zu lenken. Und die richtige Einstellung und Ausrichtung der Stimmung ist einfaches Tool, seine Wettkampfqualität schnell zu steigern. Gute Wettkämpfer sind guter Schauspieler. Man muss sich nur mal anschauen wie großer Sportler und Sportlerinnen auf den Platz gehen. Selbstbewusst und voller Freude. Jetzt kenne ich genug Sportler und Stars, um zu wissen, dass auch die nicht immer gut drauf und selbstsicher sind, aber Sie haben gelernt ihre Außenwirkung zu kontrollieren. Ich kenne niemanden, der sich nicht ärgert, wenn er verliert oder ein sicheres Tor versiebt oder drei Doppelfehler hintereinander schlägt, aber das WIE, also wie man es zeigt, welche Botschaft man nach außen zeigt, das kann man sehr wohl kontrollieren.

Mentale Vorbereitung gehört zum Wettkampf wie das Warm-up

Genauso wie das Warm-up zum Wettkampf gehört, sollte die mentale Vorbereitung Teil eines jeden Auftritts oder Wettkampfs sein. Stellt euch genau vor, was gleich passiert wird. Nehmt euch vor euch niemals ärgern zu lassen. Freut euch auf das, was gleich passiert, denn andere wären froh sie hätten solche Chancen. Gebt alles, weil ihr alles geben möchtet und nicht weil irgendjemand irgendetwas von euch erwartet. Und vor allem: wenn es nicht läuft, ihr Bälle verschlägt, die Zuschauer nicht gepackt bekoomt, dann lächelt Gegner, Zuschauer oder Mitspieler an und sagt: „Und jetzt muss mich mal jemand wiederbeleben.“ Das wird die Stimmung sofort verändern.

entspanntes Durchhalten

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