Ein Phänomen ist im Moment auf der ganzen Welt zu beobachten: Menschen sind müde und erschöpft von der Geschwindigkeit und der Komplexität unserer Welt und sehnen sich weniger nach Veränderungen als nach einem Wochenende, an dem Sie sich eine komplette TV-Serie am Stück ansehen können (Glauben Sie mir, ich kenne das nur zu gut). Wir träumen davon, wieder unsere persönlichen und nationalen Komfortzonen zu definieren, sie zu verbarrikadieren und dann schön dort zu bleiben.

Doch trotz dieser tiefen Sehnsucht nach Ruhe und Entschleunigung sind wir nicht wirklich bereit auf Erfolg und Wohlstand zu verzichten und wissen insgeheim natürlich ganz genau, dass Erfolg immer etwas mit Leistung und Veränderung zu tun hat. Was uns direkt in ein modernes Dilemma führt: Stehenbleiben ist keine Lösung, aber die bekannten Wege ermüden uns.

Eins habe ich schon früh in meinen langen Lauf-Trainingssessions gelernt. Auch das härteste Training braucht manchmal Phasen der Ruhe und Erholung, aber sie können nur die Ausgangslage für neue Trainingsreize sein. Irgendwann kommt man nicht umhin seine Komfortzone wieder zu verlassen. Jedoch sollte man das Training immer, damit es nicht eintönig und langweilig wird, variieren und verändern. Dieses Prinzip habe ich in allen meinen Projekten eingesetzt. Ich habe mich immer wieder gefragt: Gibt es nicht eine andere Möglichkeit, die Aufgabe zu lösen? Zum Beispiel: Welche Geschäftsbereiche sind z.B. im Moment NICHT angesagt?

Der Grund, dass ich mich so viele Jahre mit Humor beschäftigt habe, entstammt der Idee, dass ich erstens gerne lache UND ich zweitens schon vor vielen Jahre dachte, wenn die ganze Welt erzählt, dass Deutsche keinen Humor haben und wir es oft auch selber glauben, dann ist das EIN Markt, der noch viel Potential hat. Und wenn ich sehe wie groß die deutsche Comedy-Szene geworden ist und wie viel und erfolgreich ich in diesem Umfeld gearbeitet und produziert habe, dann lag ich anscheinend nicht ganz falsch.

Für mich heißt das, wenn wir gestresst oder unzufrieden sind, dann haben wir letztendlich zwei Möglichkeiten. Wir können stehen bleiben und uns ausruhen und hoffen, dass nach einem längeren Dornröschenschlaf alles von alleine besser wird ODER wir holen einmal tief Luft, ändern unsere Perspektive und überdenken noch einmal all unsere Ziele.

Im letzten Jahr habe ich mich auch ständig mit dieser Frage beschäftigt: „Wo geht die Reise hin?“ Ich wusste, ich brauche wieder ein Ziel, das mich antreibt und beflügelt. Vor einem halben Jahr habe ich erneut mit dem begonnen, was ich in meinen jungen Jahren schon einmal als Hochleistungssportler betrieben habe, nämlich mit dem Laufen. Aber schon nach ein paar Wochen habe ich mich gefragt was ist dein Ziel? Läufst du jetzt einen Marathon? Ich bin zwar schon nach drei Monaten Training wieder einen Halbmarathon in 1:29 gelaufen. Nicht schlecht, aber auch nicht so einzigartig, dass mich dieses Ergebnis ein Jahr im siebten Himmel schweben lässt. Oder sollte ich vielleicht sogar einen 100 km-Lauf angehen?

Wie gesagt, manchmal sollte man sich fragen: gibt es da nicht noch mehr? Kann man das Thema Laufen nicht irgendwie anders angehen? Warum immer so lange Strecken laufen, warum nicht mal wieder richtig schnell laufen? Ich kenne viele Läufer die würden gerne mal wieder die 5km oder 10km 1-2 Minuten schneller laufen. Mir ging es ähnlich. Und bei einem richtig schnellen Dauerlauf habe mich jetzt entschieden nicht noch weiter, sondern wieder schneller zu laufen.  Mein Plan ist es mit meinen 54 Jahren wieder zurück auf die BAHN zu gehen und auf der Leichtathletik (Masters) WM 2018 in Malaga (ES) in meiner Altersklasse auf der 1.500 Meter-Strecke zu starten. Das bedeutet zwei Jahre hartes Training. 6-10 Trainingseinheiten die Woche. Als erstes stehen im Sommer 2017 die Deutschen-Meisterschaften an, mit dem Ziel die Qualifikationen für die EM 2017 in Aarhus (DEN) zu laufen und als nächstes dann die Qualifikation für die WM 2018. Werde ich es schaffen? Ich hoffe es, weiß aber ganz genau, dass da noch ganz viel schiefgehen kann. Aber ich bin voller Tatendrang, bin gespannt wie es für mich sein wird mit einer Leistungsgruppe, die zwischen 20 und 25 Jahre alt ist, zu trainieren, habe 100 Ideen für neue Projekte, u.a. schmiede ich jetzt schon mit meiner Frau Pläne in welche Länder, zu welchen Wettkämpfen wir reisen werden. Mit anderen Worten, manchmal muss man die Dinge neu betrachten und bekannte Weg verlassen und einfach loslaufen.

P.S.: Und so habe ich quasi nebenher auch einen Titel für meine Vorträge gefunden. Titel: „Wer nie abbiegt, bleibt auf Strecke.“

Neuste Blog Beiträge

KOSTENLOSES E-BOOK BEI JEDER NEWSLETTER ANMELDUNG!
Mein Top Five - für besser Vorträge und Präsentationen

Unbenanntes Dokument