Warum brauchen wir Humor?

Nachgefragt bei … Knacki Deuser
(IHK Journal N°1 / 2017 / Koblenz)

  1. Herr Deuser, kann Humor in der Welt von heute überhaupt noch etwas bewegen? Beim Blick in die Nachrichten scheint es manchmal, als gäbe es keinen Grund mehr, zu lachen …
    Die aktuelle weltweite politische Stimmung führt schnell dazu, dass man sich einer Art Schockstarre einigelt. Humor ist erst einmal ein Ausrufezeichen gegen Angst. Natürlich kann man nicht jedes Problem auf der Welt mit einem Witz lösen, aber Humor hilft uns aus eben dieser Schockstarre wieder in einen aktiven Prozess einzusteigen. Letztendlich gibt es zwei Grundmotivationen, Dinge zu verändern: Hass und positive Leidenschaft. Dann möchte ich doch lieber auf der positiven Seite der „Macht“ agieren.
  1. Sie haben früher Leichtathletik betrieben. Was kostet mehr Kraft: Leistungssport oder die Unterhaltungskunst?
    Der Leistungssport hat mir geholfen, diszipliniert und langfristig an Projekten zu arbeiten. Kurzfristig hat man das Gefühl, dass der Leistungssport  härter ist, aber langfristig gesehen ist die Unterhaltungswelt auf Grund der emotionalen Anspannung, des täglichen Stresses und der permanenten Transparenz noch eine Spur härter. Sport ist ehrlich:  wenn  du ein wenig Talent hast, hart trainierst, dann klappt es auch. Da kannst du dir auf der Bühne nie ganz sicher sein.
  1. Ihr aktuelles Soloprogramm trägt den Titel „Seltsames Verhalten“ – sind Sie selbst auch manchmal seltsam?
    Natürlich, wenn man als BWLer und Sportler nicht aufhört für Humor zu kämpfen und immer wieder erklärt, dass Humor kein genetischer Defekt, sondern harte Arbeit ist, dann trägt man auch ein paar seltsames Eigenschaft mit sich durchs Leben. Aber um langfristig erfolgreich zu sein, muss man hin und wieder auch eigene Wege gehen. Nichts anders sagt letztendlich der Titel meiner Vorträge „Wer nie abbiegt bleibt auf der Strecke.“
  1. Neben Ihren Comedyshows halten Sie unter anderem auch Vorträge zu Themen wie Wandel, Erfolg und mutiges Handeln. Was ist dabei Ihr Ansporn?
    Ich bin fest davon überzeugt, dass wir in einem Staat leben, der uns wie nur wenige andere Länder dieser Welt eine große Chance bietet, ein erfolgreiches und glückliches Leben führen zu können. ABER: wir müssen die Möglichkeiten auch nutzen. Das bedeute, dass wir aktiv werden müssen. Leider sehe ich in vielen Bereichen unseres Lebens eine Grundstimmung wachsen, die mehr Wert darauf legt Flops zu vermeiden, als Hits zu erstellen. Und diese Einstellung müssen wir ändern.

 

  1. Welche drei Eigenschaften verbinden Sie mit Koblenz – der Stadt, in der Sie aufgewachsen sind?
    Koblenz hat sich immer ein wenig im Schatten von Köln und Mainz gesehen und war sich oft nicht sicher sind nun Stadt oder Provinz. Für mich persönlich stand Koblenz im Zeichen einer tollen Schule (Max-von Laue) und 2 tolle Sportvereinen (TV Moselweiß und SSC Koblenz-Karthause). Ich kenne nur wenige Menschen, die sich so in der Jugend gefördert gesehen haben wie ich. Und seit der Bundesgartenschau ist Koblenz auch noch zu einer schönen Stadt geworden.
  1. Ein Ausblick auf 2017: Worauf freuen Sie sich im kommenden Jahr?
    Ich wünsche mir ein Jahr  2017 ohne weitere Politiker mit blonden Perücken. Ansonsten werde ich weiter an neuen Buch und Vortragsprojekten arbeiten, werde mein Laufprojekt www.knackirennt.de weiter nach vorne treiben und versuche bei all dem nicht meinen Humor zu verlieren.

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